Donnerstag, 30. September 2010

Slip’n’Slide Thale

Es geht bergab mit Lüneburg! Natürlich nur im sportlichen Sinne…
Letztes Wochenende stand der letzte Lauf des iXS German Downhill Cups in Thale auf dem Programm. Mit am Start waren vom OC Lüneburg des ADAC Team Hansa : Roman Stumpf, Michael Cohrs und ich. Als Betreuer, Grillmeister und Zeltaufpasser kamen noch Phillip und Romans Vater Sergej mit.

Die Anreise wurde mit 2 Autos organisiert. 1. Auto mit Michael und mir anbei Zelt und Klamotten und 2. Auto Sergej, Roman und Phillip mit Rädern Grill und sonstigen Klamotten.

Nachdem am Donnerstag ein Auto von Michael und mir bereits beladen wurde, konnte es am Freitag zeitig gegen 12 Uhr losgehen. Geplant war eine ungefähre Fahrtzeit von 2 ½ Stunden. LKW und Baustellen sei Dank wurden daraus dann eine Zeit von knappen 3 Stunden, so dass wir dann gegen 15 Uhr endlich auf den Campingplatz in Thale rollten. Das Wetter war trocken der Himmel bedeckt. Das 2. Auto mit den Rädern startete um diese Uhrzeit erst in Lüneburg. Demnach hieß es für Michael und mich erst einmal Zelt aufbauen. Dies lief mehr oder weniger reibungslos und schnell stand das 3x6 Meter große Zelt. Lediglich eines der Seitenteile wollte sich nicht befestigen lassen, was dazu führte, dass wir den Zeltaufbau an dieser Stelle abgebrochen haben und uns aufgemacht haben zum Organisationsbüro um unsere Startnummern zu holen.
Dann ging es direkt ein erstes Mal auf die Strecke… leider zu Fuß, denn unsere Räder waren ja leider noch unterwegs.

Die erste Streckenbesichtigung versprach viel Spaß und schnelle Abfahrten. Zog man den Wetterbericht hinzu, welcher für das gesamte Wochenende leichten Regen ankündigte, konnte man an zwei Fingern abzählen, dass dies nicht lange so bleiben sollte.
Zurück auf dem Zeltplatz war es mittlerweile 17.50 Uhr und unsere Räder waren eingetroffen. Da der Lift nur bis um 18 Uhr offen war, hatte es keinen Zweck mehr jetzt noch auf die Strecke zu gehen. Daher räumten wir das Zelt zu Ende ein bauten den Grill auf. Dann wurden die letzten Kleinigkeiten geschraubt, ich wechselte meine Hinterradbremse (Danke Ingo!) und es wurde gegessen. Es folgte noch eine Riesenüberraschung. Romans Vater Sergej zauberte einen Karton hervor.
In diesem Karton befanden sich zur Freude aller nagelneue Trickstuff’-Trikots mit ‚OC Lüneburg – ADAC Team Hansa’-Aufdruck auf dem Rücken. Wir ließen den Abend mit Bier und einem kleinen Feuerchen locker ausklingen und verzogen uns gegen 23 Uhr ins Zelt zum Schlafen, denn der nächste Morgen sollte bereits früh um 6.30 Uhr beginnen.

Am nächsten Morgen standen wir früh auf, frühstückten und machten uns dann für das Training fertig. Das Wetter war bewölkt und noch trocken. Kaum in den Lift gestiegen begann es jedoch schon zu tröpfeln. Das hat uns aber nicht weiter gestört. Die erste Abfahrt wurde für einen groben Überblick über die Strecke genutzt, auf der zweiten Abfahrt wurde dann heiß über die Ideallinie diskutiert. Nach den beiden Pflichttrainingsläufen traten wir eine dritte Trainingsabfahrt, mittlerweile im Regen, zum Abschluss des Trainings an. Alles in allem war die Strecke sehr schnell, griffig und mit einigen kleinen technischen Herausforderungen gespickt. Ohne großartige Zwischenfälle, abgesehen von ein paar kleinen Stürzen, ging es zurück zum Zelt. Dort angekommen wurden die Räder geputzt und gegessen. Dann ging es nach dem Mittag auf zum Seeding Run.

Dank des Dauerregens hatte sich die Strecke seit dem morgen ziemlich stark verändert. Es war nach den eher trockenen Verhältnissen im Training sehr matschig und zwischenzeitlich sehr rutschig geworden. Mein Seeding Run verlief sehr gut und ich hatte eher geringe Probleme auf der Rutschpartie ins Tal. Jedoch tauchte im unteren Teil vor mir ein Fahrer auf der vor mir gestartet war und blockierte mich ab der Kreuzung mit dem Wanderweg in den Serpentinenteil hinunter zum Abschlusssprung. Erst kurz nach dem Kurvensprung hatte ich die Möglichkeit den Vorausfahrenden doch noch zu überholen, um so noch eine Zeit von 3 Minuten 48 Sekunden über die Linie ins Ziel zu retten. Damit erreichte ich einen einigermaßen zufrieden stellenden 49. Platz von 138 Startern im Seeding Run. Michael erreichte mit einer gelungenen Abfahrt und einer Zeit von 3 Minuten 44 Sekunden eine Platzierung in den Top 30. Roman hatte weniger Glück: Er stürzte aufgrund der verschlechterten Streckenbedingungen gleich mehrmals und konnte so leider nur den letzten Platz in seiner Klasse belegen.

Der restliche Tag verlief wenig spektakulär, weil alle etwas geschafft und kaputt vom Tag waren und endete mit einem Feinschmeckermenü von Mc Donalds und nebenbei DVDs. Die Nacht war ruhig und man hatte sich an die Umstände im kalten Zelt zu schlafen gewöhnt, so dass alle nach einer einigermaßen erholsamen Nacht entspannt am nächsten Morgen ins Training starten konnten. Unaufhörlich hatte der Regen die Strecke die ganze Nacht weiter aufgeweicht und ließ auch während des Trainings nicht nach. Entgegen aller Erwartungen völlig ohne Kontrolle die Strecke hinunter zu rutschen, erwies sich die Strecke dann doch als mehr oder weniger fahrbar. Nach 3-4 Abfahrten kehrten wir völlig durchnässt und matschig zum Platz zurück und legten uns erst einmal trocken. Was uns allen ein wenig Kopf zerbrechen bereitete war die Tatsache, dass sich die Anfahrt zum Abschlusssprung zu einem unvergleichbar matschigen Acker verwandelte.

Alles Hoffen und Beten war vergeblich, denn auch zum alles entscheidenden Final Run zeigte sich das Wetter nicht gnädig. Also ging gegen 13 Uhr zum Lift, rauf auf den Berg und um 13.28 Uhr und 30 Sekunden wurde es für mich ernst. Die Uhr tickte gnadenlos runter und dann ging es los. Mit voller Kraft angetreten ab in Richtung Tal. Schon nach den ersten Metern war klar, dass es eine physisch sehr anstrengende Abfahrt werden würde.


Der erste Teil lief sehr gut doch dann schlichen sich hier und da ein paar kleine Abweichungen von der geplanten Linie ein. Auch im unteren Teil welcher unter den vorherigen Startern bereits sehr gelitten hatte, hatte ich einen argen Rutscher, der mich beinahe quer in eine Holzbarriere fahren ließ. Nur mit viel Mühe und großer Zeiteinbuße gelang es mir dann doch mein Bike wieder unter Kontrolle zu bringen und die Barriere zu umfahren. Nach der Schrecksekunde verlief der Rest sehr gut. Kurz vor dem Abschlusssprung noch einen kleinen Rutscher gehabt, aber dann mit einem weiten Satz über den Abschlusssprung ins Ziel. Am Ende sprang für mich mit 3 Minuten 50 Sekunden ein guter 45. Platz unter den 120 Startern meiner Klasse heraus. Trotz der eher mäßigen Leistung und der extremen Verhältnisse auf der Strecke eine akzeptable Leistung. Michael langte in seinem Lauf in die vollen und landete nach einem locker übersprungenen Abschlusssprung mit einer Zeit von 3 Minuten 44 Sekunden auf einem unglaublichen 30. Platz! Roman stürzte aufgrund der schlechten Verhältnisse direkt vor dem Abschlusssprung und hatte so das Pech auf dem 54. Platz in der Juniorenklasse zu landen.

Nach dieser Schlammpackung ging es zum Fahrrad waschen und zum duschen. Dann wurde gepackt und um 16 Uhr ging es ab in Richtung Heimat. Die Rückfahrt war wie immer gefüllt von den Erlebnissen des Wochenendes.

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